Der Wohnungsbau hat die Talsohle durchschritten, die Zahl der Baugenehmigungen erholt sich in Deutschland so langsam wieder. Dabei zeigt sich, dass im Bereich von Einfamilienhaus und Zweifamilienhaus der Bau von Fertighäusern etwas stärker wächst als der Gesamtmarkt. Auch in Nordrhein-Westfalen wird das Fertighaus zunehmend als Alternative geschätzt.
Wiesbaden/Bad Honnef. Das Fertighaus gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung – ganz besonders auch in Nordrhein-Westfalen. Mit 26,7 Prozent handelte es sich bei etwas mehr als einem Viertel der im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland genehmigten neuen Einfamilienhäuser um Fertighäuser. Die vorgefertigten Einfamilienhäuser erholen sich damit schneller vom zwischenzeitlichen Konjunktureinbruch im Wohnungsbau als der Gesamtmarkt: Während der Gesamtmarkt um 14,5 Prozent zulegte, gab es bei den Fertighäusern ein Plus von 16,9 Prozent.
Das zeigt eine jetzt vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) veröffentlichte Auswertung auf Grundlage von Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Der Geschäftsführer des Verbandes, Achim Hannott, stellte fest: „Die Zahlen sprechen für die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit des Fertigbaus auch in den großen Wohnungsmärkten der dicht besiedelten Metropolen.“ Dazu passt die Feststellung, dass NRW bundesweit den stärksten Anstieg der Fertigbauquote zu verzeichnen hatte. Der Anteil liegt in NRW inzwischen bei 24,2 Prozent und ist damit nicht mehr weit entfernt vom Bundesdurchschnitt. Traditionell ist das Fertighaus im süddeutschen Raum besonders beliebt.
Fertighaus profitiert in schwierigem Marktumfeld
„Von den deutschlandweit 64 Kreisen, die 2025 eine Fertigbauquote von mehr als 40 Prozent erreichten, lagen mit 47 Kreisen rund drei Viertel in Baden-Württemberg, Bayern oder Hessen“, analysiert der BDF mit Blick auf die Gesamtbilanz für das vergangene Jahr. Darin zeigt sich, dass das Fertighaus 2025 in 259 von 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten auf einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent kam – wobei neu genehmigte Ein- und Zweifamilienhäuser mitgezählt wurden. Eine Quote von mehr als 30 Prozent war in 146 Kreisen zu verzeichnen. „Der serielle Fertigbau gewinnt vor allem in Regionen, in denen viel gebaut wird“, beobachtet der BDF.
So habe beispielsweise die Stadt Augsburg im vergangenen Jahr 221 Baugenehmigungen für Fertighäuser vermeldet, was einem Marktanteil von 46,9 Prozent entspricht. Auch in der Region Hannover (30,4 Prozent) und im Ortenaukreis (42,7 Prozent) gibt es hohe Fertighausquoten. Treibende Kraft hinter den vergleichsweise starken Zuwächsen beim Fertighausbau dürften wirtschaftliche Aspekte sein: Angesichts stark gestiegener Baukosten, Finanzierungskosten, Grundstückspreise und knapper Fachkräfte können die industriell gefertigten Wohnhäuser mit einem gewissen Zeit- und Kostenvorteil einen Neubau noch eher darstellbar gestalten als die klassische Massivbauweise.
Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Ruhr verfasst.
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